Nadia Bacchetta

Ein Loblied
Die Orgel ist die Königin der Instrumente. Das wussten wir jedoch bereits vor Mozart. So eine Orgel sieht schliesslich mäjestätisch prachtvoll aus. Doch auch die akustischen Vorteile anderen Instrumenten gegenüber liegen auf der Hand, denn die Orgel kann prinzipiell alles spielen. Das Meiste sogar besser. Als bekanntes Beispiel kann man den Hochzeitsmarsch erwähnen. Der klingt als Orgelbearbeitung fast so gut wie in der Originalfassung (das gilt übrigens für beide Hochzeitsmärsche). Ein anderes Beispiel aus dem Hochzeitsrepertoire: Auf der Orgel funktioniert das Ave Maria gänzlich ohne Zuhilfenahme einer Gesangssolistin (das gilt ebenfalls für beide Ave Maria‘s). Spartenwechsel: Heavy Metal Bands fürchten sich, denn sie wissen, dass die Orgel ihre Songs besser covert als Metallica. Und wenn die Orgel zum Jodel in «E gschänkte Tag» ansetzt, lauscht sogar der Thunersee. Selbstredend, dass sich barockes Orgelrepertoire besonders gut zur Wiedergabe eignet. Als Beispiel dazu die berühmte Toccata (das gilt für alle Toccaten). Die Akkordeonisten open air können sie eventuell schneller spielen, die Orgel dafür definitiv lauter. Viel lauter. Dass die Orgel von alleine spielt ist lediglich ein hartnäckiges Gerücht. Oft unsichtbar für die Hörerinnen und Hörer sitzt jemand am Instrument (je nach Jahreszeit auch mal in Thermowäsche gepackt), vollbringt mit Händen und Füssen koordinatorische Höchstleistungen und webt mit der Interpretation von Musik aus einem überreichen, fast 1000-jährigem Repertoire einen neuen Faden in die Geschichte des jeweiligen Raumes. Es sind dies Räume voller Erinnerungen und irdischer Gegenwart, wo – dem allzu Irdischen entrückt – die Königin der Instrumente thront.

Crossover-Projekte für 2014 /15
«pasdici» kreiert französische Chansons. Ausgehend von Gedichten zeitgenössischer Autorinnen und Autoren aus dem frankophonen Sprachgebiet entstehen Lieder, die einerseits merklich von der bekannten Chansontraditionabweichen, andererseits auch mit dieser spielen. pasdici- Chansons enthalten Elemente aus dem Jazz, dem Pop und der Klassik. So entstand ein Repertoire reich an verschiedenen Stimmungen. Mit Nadia Bacchetta gelangen die Chansons von «pasdici» zur Erstaufführung. Sie können auch mit Klavier oder Keyboard zur Aufführung kommen. pasdici sind: Oliver Leist (Komposition), Regula Born (Gesang). «Giostra» ist eine Performance der Tänzerin /Choreographin Deborah Saputo und Nadia Bacchetta. Thematisch kreist «Giostra» um den weiten Begriff «Schöpfung» und realisiert sich in einer zugleich poetischen wie auch mitreissenden Inszenierung; Tanz und Musik verschmelzen zu einer Geschichte über den Anfang aller Dinge. «Giostra» mit: Deborah Saputo (Tanz/Choreographie), Tanzensemble, Nadia Bacchetta (Orgel/Musik), Andy Blöchliger (Perkussion).

NADIA BACCHETTA
Nadia Bacchetta wirkt seit 2011 als Hauptorganistin an der Stadtkirche Aarau. Unterstützt durch die beiden Orgeln, engagiert sie sich innerhalb eines weiten musikalischen Terrains, das die Pflege Alter Musik ebenso wie die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Klangwelten oder Jazz umspannt. Nadia Bacchetta absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule der Künste Bern bei Heinz Balli (Lehrdiplom mit Auszeichnung) und Daniel Glaus (Konzertdiplom mit Vertiefungsrichtung Zeitgenössischer Musik). Ferner bereitete sie sich im Rahmen eines Erasmus- Auslandaufenthaltes bei Hans-Ola Ericsson in Piteå/ Schweden auf den Specialized Master in Music Performance vor. 1985–1992. Abschluss mit Diplomen in Komposition, Arrangement und Pädagogik. Tonic Strings seit 1989. Freelanceprojekte mit diversen Künstlern aus unterschiedlichen Ländern und Bereichen, zum Beispiel mit Eric Assante, Meistertrommler aus Ghana; mit Tobias Morgenstern, Akkordeonist aus Berlin; oder mit Daniel Küffer, Schweizer Jazzsaxophonist.

Kontakt

nadia_bacchetta@yahoo.com

Pro Argovia Artist:

2014