Der Tribun

Ein Musiktheater von Mauricio Kagel

 

Ein namenloser Politiker probt seine Rede, begleitet von imaginärer Marschmusik und Applaus. Die groteske Überhöhung zeigt, wie Sprache, Rhetorik und Inszenierung Macht erzeugen – eine Thematik, die im Zeitalter sozialer Medien erschreckend relevant bleibt.

Mauricio Kagel wagt in dieser Sprach-/Musikkomposition, was wenige seiner KomponistenkollegInnen sich trauten: den PolitikerInnen schonungslos aufs Maul zu schauen. Es ist erstaunlich, wie passgenau Kagels Erfindungen der Rhetorik delirierender Macht die Wahrheit treffen.

‚Ich stehe hier vor Euch – wie so oft. Ich möchte heute… ich wollte gestern… Ich wollte heute noch einmal wie gestern hier vor Euch stehen und zu Euch reden – und mich freuen, dass Ihr mich reden hört.‘
Voll hintersinnigem Witz sind die «Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen», welche die Musik zu diesem Stück bilden. Die Arrangements für ein Quintett und eine Sopranistin setzte Jonas Arnet, der auch die musikalische Leitung und die Regie führt.
Das live spielende und agierende Quintett lässt sich hören. Mit drastischer Naivität illustriert die Musik die innere Verfassung eines Redners, jenes Tribuns, vor der Ansprache, vor dem gleichermassen Angst erzeugenden und Lust versprechenden Bad in der Menge. Die Sopranistin und Schauspielerin Julia Frischknecht begleitet den Tribun während seiner rhetorischen Ausschweifungen mit Gesang, Schere, Klinge und Kamm. Der Schauspieler Werner Bodinek spricht und spielt den Text von Mauricio Kagel.

Foto: Hanspeter Lässer

Beteiligte

  • Jonas Arnet Regie, musikalische Leitung, Arrangements
  • Werner Bodinek, Schauspiel
  • Julia Frischknecht, Schauspiel/Gesang
  • Annina Rusch, Querflöte/Piccolo
  • Silvan Fischbacher, Klarinette/Bassklarinette
  • Anita Wälti, Trompete
  • Alain Wüest, Posaune/Bassposaune
  • Maris Egli, Schlagzeug
  • Daniela Eggs, Produktionsleitung

DAUER

65 Minuten (keine Pause)

HONORAR

Nach Vereinbarung (Pro Argovia übernimmt CHF 750.00)

SPRACHE

Hochdeutsch

TECHNISCHE VORAUSSETZUNGEN

  • Bühne: 8 m Breite, 4.5 m Tiefe
  • Bühnenlicht und Saallicht
  • Ton: zwei Lautsprecher hinter dem Publikum, genügend XLR-Kabel
  • Aufbau: 6 Stunden

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2026

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